Kontext
Bei zwei Fahrzeugen desselben Modells verschleißt dasselbe Bauteil unterschiedlich schnell. Strecken, Beladung, Einsatzstunden und Klima summieren sich, und die Laufleistung allein sagt wenig über den tatsächlichen Zustand des Bauteils aus.
Die Wechselintervalle werden dagegen je Modell festgelegt. Sie müssen auf den härtesten Einsatz in der Flotte ausgelegt sein, weshalb die meisten Bauteile getauscht werden, obwohl noch Restlaufzeit vorhanden ist.
Wird das Intervall gestreckt, häufen sich Ausfälle auf der Strecke. Bleibt ein Fahrzeug fernab des Betriebshofs stehen, wiegen Bergung und die daraus folgende Umdisposition meist schwerer als die Reparatur selbst.
In einer großen Flotte summieren sich diese Entscheidungen. Entscheidend ist dann nicht der Modelldurchschnitt, sondern der Zustand des einzelnen Fahrzeugs.
Was wir untersucht haben
Als Eingang dienen ausschließlich die ohnehin im Fahrzeug erfassten Sensorwerte. Zusätzliche Messtechnik ist nicht erforderlich.
Das Modell schätzt die verbleibende Lebensdauer der Komponente. Grundlage ist eine Klasse leichtgewichtiger Machine-Learning-Verfahren (Reservoir Computing), die sich für Zeitreihensignale eignet.
Für die Validierung dienten öffentliche Daten mit einer großen Zahl von Fahrzeugen, deren Betriebsaufzeichnungen und Austauschhistorie. Die Bewertung erfolgte an Fahrzeugen, die nicht in das Training eingeflossen sind, wobei das Modell mit einer geringen Datenmenge an jedes einzelne angepasst wurde.
Was sich gezeigt hat
Die verbleibende Lebensdauer ließ sich fahrzeugindividuell abschätzen, auch bei Fahrzeugen, die dem Modell im Training nicht begegnet waren. Gegenüber einem einheitlichen Intervall für die gesamte Flotte bildet die Schätzung ab, wie stark das jeweilige Fahrzeug tatsächlich beansprucht wurde.
Dies könnte auf Ihre Flotte zutreffen
Wenn Sie einen großen Bestand baugleicher Fahrzeuge oder Maschinen betreiben und Aufzeichnungen über getauschte Teile führen, lässt sich der Ansatz möglicherweise übertragen.
Er hilft dabei, den Wechselaufwand gleichmäßiger zu verteilen, den Teilebestand bedarfsgerecht zu bemessen und die am stärksten beanspruchten Fahrzeuge zu erkennen, bevor sie ausfallen.
Ein kurzes Gespräch genügt in der Regel, um festzustellen, ob Ihre Betriebsdaten in verwertbarer Form vorliegen.