Startseite/Branchen/Industrieanlagen & Maschinen/Spritzgießen
IndustrieanlagenQualitätsschätzungValidierung auf öffentlichen Daten

Die Qualität von Spritzgussteilen schätzen, ohne Sensorik nachzurüsten

Eine Edge-AI, die Gewicht, Maße und Verzug eines Spritzgussteils Schuss für Schuss aus Signalen schätzt, die in der Maschine bereits vorliegen. Keine zusätzliche Sensorik, keine Cloud-Anbindung, lauffähig auf der vorhandenen Steuerung.

Kontext

Die Qualität eines Spritzgussteils wird nach der Entformung außerhalb der Maschine geprüft. Jedes Teil zu messen ist nicht praktikabel, deshalb bleibt die Stichprobenprüfung die Regel, und was zwischen zwei Prüfungen produziert wurde, ist nicht erfasst. Restfeuchte im Granulat, Werkzeugtemperatur, ein Chargenwechsel beim Material: All dies verschiebt die Qualität, und das erste Anzeichen ist meist ein Teil, das bereits außerhalb der Toleranz liegt.

Die Maschine zeichnet unterdessen Einspritzdruck und Einspritzvolumenstrom im Millisekundenraster auf. Diese Signale sind nicht die Qualität selbst, sie tragen aber die Spur dessen, was während des Schusses geschehen ist, aus dem das Teil entstanden ist.

Was wir untersucht haben

Wir haben ein Modell entwickelt, das die Bauteilqualität ausschließlich aus Signalen schätzt, die die Spritzgießmaschine bereits aufzeichnet. An der Maschine wurde nichts nachgerüstet. Das Modell basiert auf der Klasse leichtgewichtiger Machine-Learning-Verfahren (Reservoir Computing), mit der wir projektübergreifend arbeiten.

Die Validierung erfolgte anhand eines öffentlichen Datensatzes, in dem reale Bauteile auf einer Serienmaschine gefertigt wurden, während die Prozessbedingungen gezielt verändert und die Qualität jedes Schusses gemessen wurde. Geschätzt wurden das Bauteilgewicht, ein Maß und die Geradheit. Die Genauigkeit wurde auf einem Abschnitt gemessen, der weder für das Training noch für die Parameterwahl verwendet wurde.

Was sich gezeigt hat

Gewicht, Maß und Verzug ließen sich auf dem nicht zum Training verwendeten Abschnitt schätzen. Der Wert liegt wenige Sekunden nach Zyklusbeginn vor: Damit erhält jeder Schuss einen Qualitätswert, ohne dass das Teil erst den Messplatz erreichen muss.

Das zugehörige Modell bleibt bei wenigen hundert Byte und läuft unverändert auf der vorhandenen Steuerung oder SPS. Keine GPU, keine Cloud-Anbindung.

Bei einer Prozessbedingung, die das Modell nicht gesehen hat, weicht die Schätzung in der Regel ab. Werden einige Teile aus dieser Bedingung gemessen und dem Training hinzugefügt, erreicht sie wieder die Genauigkeit, die mit dem vollständigen Datenbestand dieser Bedingung erzielt wird. Der Datenbestand muss also nicht bei jeder Umstellung neu aufgebaut werden.

Es handelt sich um eine interne Validierung auf öffentlich verfügbaren Daten, nicht um ein Ergebnis aus dem Produktivbetrieb.

Dies könnte auf Ihren Prozess zutreffen

Wenn die Teile zwischen zwei Prüfungen ohne Qualitätsangabe bleiben oder jede Umstellung Zeit kostet, bis der Prozess wieder stabil läuft, lohnt sich der Ansatz möglicherweise. Die benötigten Signale zeichnet Ihre Maschine bereits auf. Welche Signale zählen und wie sie aufzubereiten sind, unterscheidet sich von Prozess zu Prozess und entscheidet darüber, ob der Ansatz überhaupt tragfähig ist. Ein kurzes Gespräch genügt in der Regel, um festzustellen, ob Ihr Fall für diesen Ansatz geeignet ist.

Qualität aus einem Signalverlauf zu schätzen ist nicht auf das Spritzgießen beschränkt: Umformen, Schweißen, Wärmebehandlung, Beschichten und Abfülllinien folgen derselben Logik. Die Variante für kontinuierliche Prozesse ist auf der Seite Qualitäts-Soft-Sensor beschrieben.

Stehen Sie vor einer ähnlichen Herausforderung?

Wir nehmen 2026 weiterhin neue Proof-of-Concept-Projekte an. Falls Sie eine Echtzeit-Vorhersageaufgabe haben, die auf vorhandener Edge-Hardware ausgeführt werden soll, freuen wir uns auf einen Austausch.

Über einen Proof-of-Concept sprechen
Impressum
Entrox Systems GmbH i.G.
Pelkovenstraße 71, 80992 München, Deutschland
Vertretungsberechtigte Geschäftsführer: Sebastian Baur, Daniel Köglmayr
E-Mail: info@entrox-systems.com · Telefon: +49 170 6936478
Eintragung im Handelsregister: Amtsgericht München, HRB-Nummer in Beantragung
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: in Beantragung
Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV: Tamon Nakano, Pelkovenstraße 71, 80992 München